Vom 6. bis 15. Dezember entflohen wir dem tristen deutschen Winter, um auf Fuerteventura ein wenig Vitamin D zu tanken. Ein Plan, der weitgehend aufging. Weitgehend, weil einige Tage lang eine Kalima (Sandsturm aus der Sahara) über den Kanaren ihr Unwesen trieb und dafür sorgte, dass wir nicht (allzu lang) vor die Tür gehen konnten. Dafür war es Drumherum umso wärmer und sonniger.

Wie eigentlich immer lagen wir mit der Wahl unserer Unterkunft, dem Casa Rural Berrenda (1.444 €) goldrichtig. Wir hatten ein schickes Steinhaus in Tiscamanita mit zwei Schlafzimmern und Bädern (sehr stylisch!) und einem großzügigen, offenen Wohn-, Koch- und Essbereich sowie Außenpool gemietet. Dieser war leider nicht beheizt und daher im Dezember kaum nutzbar. Boris war nur zweimal im Wasser, um die vielen Steinchen herauszufischen, die Till hineingeworfen hatte. Ansonsten hielten wir uns eher in der Grillecke am Pool auf und lasen. Glücklicherweise schlief Till noch sehr verlässlich auch tagsüber, sodass wir immer wieder Zeit für uns fanden. Darüber hinaus wechselten wir uns mit der Betreuung ab. Jeder hatte also die Chance, sich ein wenig zu erholen.
Am ersten Tag standen ein Großeinkauf in Castillo Caleta de Fuste und ein Besuch des dortigen Stadtstrands auf dem Programm. Schon für den zweiten Tag hatte Sara ein Fotoshooting gebucht. Gemeinsam mit dem Fotografen fuhren wir an verschiedene Strände rund um Costa Calma, um Babybauch und Familienfotos für die Ewigkeit festzuhalten. Die Ergebnisse waren wirklich toll – auch wenn es eine gewisse Herausforderung war, ein Kleinkind zum „Posen“ zu motivieren. Aber der Fotograf machte es super und ließ uns einfach etwas am Strand herumtoben und die Kamera teils vergessen.

Samstags spielten wir dann am ausgedehnten Strand von Jandia im Sand. Hier hatten wir bereits die Pre-Hochzeitsreise 2015 verbracht. Es war also – wie zuvor in Kroatien – eine Rückkehr an „alte Wirkungsstätten“. Till freute sich über Ball und Eimer/Schäufelchen und genoss die Mama- und Papa-Zeit sichtlich. Auch den Sonntag verbrachten wir wieder am Meer – diesmal am schwarzen Strand von Gran Tajaral. Hier gönnten wir uns ein sehr leckeres indisches Essen. Generell war es so, dass wir entweder morgens oder nachmittags einen Ausflug machten und den Rest des Tages jeweils im und um das Haus verbrachten. Das bewährte sich sehr gut und sorgte für maximale Erholung. Zugleich durchbrach es die Tage und war genau das richtige Maß an Erleben und Auspowern für den 16 Monate alten Till mit seinem hohen Bewegungsdrang.

Aufgrund der stärker werdenden Beeinträchtigungen durch die Kalima und gleichzeitige Warnungen seitens der Vermieter, mit Kleinkind nicht zu lange ins Freie zu gehen, fuhren wir am Montag, 11. Dezember, mit dem Auto quer durch das Landesinnere, um uns einiges anzusehen. Während partiell gerade in den Höhenlagen die Sicht kaum weiter als zehn Meter reichte, war der Himmel in den Tälern rund um das historische Dorf Betancouria erstaunlich klar. Außerdem besuchten wir u.a. die typisch kanarischen Windmühlen bei Valldemossa und fuhren über einige Gebirgspässe. Eine kleine Wanderung führte uns ins Tal der Palmen (Barranco de las Penitas).

Mit einem kleinen Kind durfte natürlich auch der Besuch des Oasis Zoos nicht fehlen. Besonderen Eindruck hinterließ das Füttern der Giraffen. Ob Till deshalb fortan für lange Zeit Giraffen als Mama bezeichnete, weil er die Tiere bei Mama auf dem Arm mit Apfelstücken füttern durfte? Nachmittags steuerten wir noch die Playa de la Barca an, eine Lagune, die uns der Fotograf einige Tage zuvor empfohlen hatte. Der Strand war super und aufgrund seiner Beschaffenheit perfekt geeignet für Till. Aber aufgrund der staubtrockenen Kalima-Luft hielten wir uns hier nicht allzu lange auf uns suchten Zuflucht in unserer Unterkunft. Dort blieben wir mittwochs und spielten viel mit Till.

Donnerstags hatte sich der Sand dann wieder verzogen, sodass wir einige tolle Locations ansteuerten und viele Fotos schossen. Unter anderem waren dies der Mirador Astronomico de Sicasumbre und die Geisterstadt Casitas de La Florida.

Am letzten Tag vor der Rückreise standen die riesigen Sanddünen von Corralejo auf dem Programm. Erwartungsgemäß hatte Till hier riesigen Spaß – und auch die SD-Karte unserer Kamera füllte sich rasch. Nach diesem gelungenen Abschluss ging es am nächsten Morgen zum Flughafen und zurück in die Heimat.
Die Kosten
Ferienhaus: 1.444 €, Flug: 840 € (Condor, Düsseldorf), Parkplatz Flughafen: 124 €, Mietwagen: 388 €. Also insgesamt rund 2.800 € zzgl Ausgaben des täglichen Bedarfs.



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