Abenteuer wollten wir – und Abenteuer hat unsere Familie in Südafrika bekommen. Nachdem wir bereits zweimal in Kapstadt, an der Garden Route und in der Karoo unterwegs waren und einmal von Johannesburg nach Kapstadt durchs Landesinnere gefahren sind, sollte diesmal der Akzent auf der Safari liegen. Da wir mit zwei Kleinkindern im Alter von zwei und drei Jahren unterwegs waren, wollten wir allerdings jegliches Malaria-Risiko vermeiden.
So stand schnell fest, dass wir einen relativ engen Kreis um Johannesburg legen würden. Nach zwei Nächten in der Nähe des Rietvlei Nature Reserves ging es für unsere Familie ins Mabalingwe Game Reserve bei Bela Bela. Danach folgten der Pilanesberg, der Marakele Nationalpark und Dinokeng. Wir hatten jeweils darauf geachtet, dass die Fahrstrecken kurz blieben, immer ein Pool und ein Spielplatz für die Kinder in Reichweite waren und mindestens zwei, lieber sogar drei Schlafzimmer bereitstanden. Zwei hätten letztlich vollkommen gereicht, da die Kinder ohnehin immer zusammen in einem Zimmer schlafen wollten. Aber das weiß man ja vorher nicht.
Unsere Route

Unsere Unterkünfte
- Lodge on Ilona (Pretoria)
- The View, Alternative: Twiga Lodge (Mabalingwe)
- The Kingdom Resort (Sun City, Pilanesberg)
- Waterberg Hideaway (Thabazimbi, Marakele)
- Letlotse Lodge (Dinokeng)
Tipp: Bucht auf jeden Fall einen Mietwagen. Ohne eigenes Fahrzeug kommt ihr in Südafrika nicht zurecht – besonders bei dieser Tour im Norden. Wir mieten Autos in der Regel über Portale wie Check24, Discover Cars, Local Rent, manchmal auch direkt über booking.com, teils aber auch direkt über den ADAC. Vergleichen lohnt sich! Für einen Top-Rundum-Reise-Versicherungsschutz nutzen wir die Easybank Double Platinum Kreditkarte (ehemals Barclays). Flüge buchen wir teils direkt über die Airlines, bei guten Angeboten aber auch über Anbieter wie Skyscanner, Booking oder Kiwi.
(Transparenz-Hinweis: Wenn ihr über die obenstehenden oder mit Sternchen* gekennzeichnete Links bucht, erhalten wir eine kleine Prämie. Ihr zahlt dadurch jedoch keinen Euro mehr und behaltet auch eventuell bestehende Treue-Vorteile.)
Entspannte Hinreise trotz Koffersuche in Johannesburg
Die Hinreise am 13. April 2026 verlief sehr entspannt. Die Kinder waren lieb und nicht nur die Angestellten am Check-in-Schalter von Condor waren super nett, sondern auch das Bordpersonal und die Mitreisenden im Flugzeug. Während Till sehr gut geschlafen hat, hatte Thea mehr Schwierigkeiten – nicht zuletzt, weil ihr Bruder immer wieder über sie rollte. Schließlich war es eher so, dass Till zwei Sitze „gebucht“ hatte, während Thea viel auf Mamas Schoß lag. Aber irgendwie ging der lange Flug ohne Gezeter und Gejammer vorbei. Da es ein Nachtflug war, hatten wir auch deutlich zu viele Spielsachen eingepackt. Aber lieber zu viel als zu wenig…
Nach der Landung ließen wir uns Zeit, stiegen als letzte aus, wickelten die Kinder, gingen auf Toilette usw. Alles in der Annahme, dass man am Kofferband eh warten muss. Allerdings: weit gefehlt! Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass bereits alle Mitreisenden weg waren. Unser Reisebett und die Kindersitze fuhren noch im Kreis herum und unseren Reisebuggy fanden wir beim Sperrgepäck. Von unseren Koffern fehlte jedoch jede Spur. Ein toller Start in den Urlaub! Zum Glück begleitete uns ein netter junger Mann von der Sperrgepäckausgabe zu einem Schalter, an dem uns geholfen wurde. Ein Koffer tauchte recht schnell auf, der andere stand an einem anderen Schalter, wo er nicht hingehörte. Aber egal, irgendwann hatten wir zu unserer Erleichterung alles eingesammelt. Noch schnell Geld abheben, den Mietwagen holen (zum Glück der gebuchte Toyota Corolla Cross, in den mit Mühe gerade so unser massiges Gepäck hineinpasste) und los ging es in Richtung Pretoria. Damit wir uns mit quengeligen, müden Kindern am Flughafen keine Gedanken über den Kauf von Simkarten machen müssen, setzen wir seit längerer Zeit auf die eSim-Karten von Airalo*. Klare Empfehlung dafür!
Irene Farm und Trampolin-Action in Pretoria

Der Linksverkehr machte überhaupt keine Schwierigkeiten, die Verkehrsführung am Flughafen war easy und so kamen wir nach etwa einer halben Stunde ohne Zwischenfälle an der Irene Farm in Pretoria-East an. Diesen Stopp hatten wir uns zum Überbrücken ausgesucht, denn wir waren bereits um 6:30 Uhr gelandet und konnten theoretisch erst um 14 Uhr, nach Absprache immerhin bereits um 12 Uhr in unsere erste Unterkunft. So gingen wir gemütlich auf dem sehr schönen Farmgelände spazieren, aßen etwas zu Mittag während die Kinder Hühner jagten und kauften das Nötigste im Farm-Shop ein. Danach fuhren wir zur „Lodge on Ilona*“, wo wir ein Cottage gebucht hatten. Der Garten war traumhaft schön und obwohl es zu kühl zum Schwimmen im Pool war, konnten wir dank des Spielplatzes und des Trampolins viel Zeit totschlagen und den Kindern nach dem Flug den nötigen Auslauf geben. Am späten Nachmittag beschlossen wir dann, noch kurz in der Irene Village Mall für die nächsten Tage einzukaufen. Die Mall ist groß und gepflegt, hat ein gutes Angebot und bietet bewachte Parkplätze. Sie ist damit bestens für den ersten Einkauf nach der Ankunft geeignet. Als wir gegen 18 Uhr zurück in das Ferienhaus fahren wollten, entdeckten wir an der Kreuzung der R21/M31 (Nellmapius Drive) einen Typ mit schwarzer Maske, der ein langes Strumpfband mit etwas schwerem mit sich führte und an der Ampel herumlungerte. Wir waren froh, dass wir grün hatten und weiterfahren konnten. Somit werden wir wohl nie herausfinden, ob der Kerl mit „Smash & Grab“-Überfällen sein Geld verdient oder nur seinen Ringelsocken als Rucksack benutzte. Zurück in der Unterkunft beschlossen wir, dass Sara bei Thea schläft und ich bei Till. So konnte ich endlich das Versprechen einlösen, eine „Übernachtungsparty“ mit ihm zu veranstalten. Till hatte sich das schon lange gewünscht. Also lasen wir noch, erzählten uns Geschichten und hörten Musik, bis wir einschliefen.
„Einführungs-Game-Drive“ für die Kinder im Rietvlei Nature Reserve

Tags darauf starteten wir mit einem entspannten Frühstück in den Tag. Danach zog es uns für einen ersten kleinen „Einführungs-Game-Drive“ ins Rietvlei Nature Reserve. Dort entdeckten wir hauptsächlich diverse Antilopen-Arten, Zebras und Strauße sowie diverse Vögel. Die Kinder hatten Spaß auf dem Spielplatz beim Rietvlei Coffee Shop und im Bird Hide, wo glücklicherweise außer uns niemand war, den wir stören konnten. Gegen Mittag ging es auch schon zurück in die „Lodge on Ilona“, wo wir etwas kochten, Thea schlafen legten und den Rest des Tages auf dem Spielplatz und auf der Veranda verbrachten. An diesem Tag gingen wir zeitig ins Bett, um Schlaf nachzuholen und fit für den nächsten Unterkunftswechsel zu sein. Rietvlei hatte sich in jedem Fall als guter erster Stopp erwiesen, um in Ruhe einzukaufen, anzukommen und dennoch einen ersten Abstecher in die Natur zu machen.
Fahrt ins Mabalingwe Nature Reserve

In den Mittwochmorgen starteten wir ganz unterschiedlich. Thea hatte mies geschlafen und uns (vor allem Sara) wachgehalten. Dafür schlief sie dann morgens bis 9 Uhr. Till hingegen hatte von alldem nichts mitbekommen und super geschlafen. Er war daher allerdings bereits um 6 Uhr hellwach. Also nutzten die Männer die Zeit, um schon so weit wie möglich zusammenzupacken, damit wir pünktlich um 10 Uhr aus dem Haus waren. Nach dem Abschied von der sehr netten Vermieterin steuerten wir zunächst den „The Pallet Farmstall“ an. Während die Kinder dort ausgiebig den Spielplatz nutzten, wo es zu Tills Freude wieder ein Trampolin gab, tranken wir in Ruhe einen Kaffee und genossen die Sonne.
Danach ging es weiter nach Bela Bela – allerdings im heftigen Starkregen, der selbst das Siegerland vor Neid erblassen lassen würde. Nach einem schnellen Essen beim besten McDonalds, in dem wir je waren, folgte ein nicht so schneller Großeinkauf im Checkers. Die Einkäufe stapelten sich für den Rest der Fahrt zwischen und unter den Kindern, weil der Kofferraum einfach schon bis zur Abdeckung voll mit Gepäck war. Nachdem wir mehrere Baustellen auf der R516 passiert hatten, wurden wir im Mabalingwe Reserve von Pumbas und Mungos auf der Straße und Kudus direkt beim Haus empfangen. Nachdem wir im „The View“, dem schönsten Haus unserer Reise mit Pool, sagenhaften Ausblicken und Außen-WC/Dusche, alles einsortiert hatten, wollte Till unbedingt noch in den Pool. Kaum drin, jammerte er allerdings, dass ihm zu kalt ist. Auch sonst folgte viel Gequengel bis die Kinder endlich im Bett waren. Außerdem hatte Till Angst, als wir die Löwen auf der Terrasse brüllen hörten. Wundersamerweise wollten die beiden zusammen in einem Zimmer schlafen – was dann auch noch völlig überraschend zu schnellem Einschlafen führte.
Erster Game Drive und Stromausfall nach Unwetter

Am nächsten Morgen brachen wir voller Tatendrang zu unserem ersten Game Drive auf. Till hatte sich extra in seine Ranger-Kluft geworfen und das Fernglas poliert. Und tatsächlich sahen wir gleich einiges an „Wildlife“: Hühner, eine Gabelracke (die erste seit Kenia 2018!), Pumbas, Impalas, Straßen, diverse Gnus und Antilopen, eine Mungo-Familie und Giraffen – für den ersten „Ausritt“ gar nicht schlecht! Nach Theas Mittagsschlaf erkundeten wir den Gemeinschaftsbereich des Reserves mit Pool, Minigolf, diversen Spielgeräten und Trampolin. Im Shop erstanden wir zudem das erste Eis der Reise. Zurück beim Haus, begrüßte uns eine giftige Raupe und ein paar Warzenschweine suchten das Wasserloch auf. Später kamen als besondere Besucher ein paar Fasane auf der Terrasse vorbei. Das eigentlich geplante, gemütliche Grillen fiel dann einem heftigen Gewitter zum Opfer. Zu allem Überfluss fiel abends auch noch der Strom aus. Somit hatten wir weder Handy-Empfang noch Lademöglichkeiten oder Licht. Naja, dann halt früh ins Bett…
Geburtstag mit ungebetenen Gästen: Pavian-Überfall im Ferienhaus

Tags darauf erlebte ich meinen bisher außergewöhnlichsten Geburtstag. Morgens war die Freude noch groß, denn das Wetter war besser als gemeldet. So konnten wir – nachdem wir unter Anleitung der Vermieterin den Strom wiederhergestellt hatten – bei strahlendem Sonnenschein auf Game Drive gehen. Hier hatten wir leider nicht viel Glück. Ob es am vorangegangenen Gewitter oder dem extrem hohen Gras lag, wissen wir nicht. Aber es ließ sich kaum ein Tier blicken und so wurden wir zwangsläufig im Laufe der Reise immer mehr zu „Birdern“. Die einzigen Säugetiere, die sich blicken ließen, waren jedenfalls ein Eichhörnchen und ein Impala. Daher kam uns die Mittagspause im „Kalahari Oasis Pub“ gerade recht. Dabei handelt es sich um eine wirklich coole Location mitten im Reservat. Hier sind allerlei alte Autos, ausrangierte Schulbusse und andere coole Dinge verteilt. Der singende Barkeeper und das durchaus leckere Essen tun ihr Übriges.
Gut gelaunt und tiefenentspannt kehrten wir zum Haus zurück. Till freute sich schon auf einen neuen Versuch, in den Pool zu kommen. Bei der Anfahrt sah ich ein paar Paviane den Hang vor unserem Haus hochlaufen und machte die anderen noch darauf aufmerksam. „Endlich Affen!“ Hätte ich da schon von dem gewusst, was uns erwartete, hätte ich die Baboons sicher nicht so gefeiert… Als wir um die Ecke kamen, wunderten wir uns schon über die viele Kacke, die auf dem Balkon verteilt lag. Als wir dann die Tür aufschlossen, sahen wir das Elend: Eine Pavian-Horde war eingebrochen! Die Tiere hatten alle Vorräte herausgerissen und entweder mitgenommen oder angeknabbert und weggeworfen. Alles war vollgepinkelt und -geschissen. Porzellan war zerschlagen, selbst in die Schränke hatten sie uriniert. Was eine ausgeartete Geburtstagsfeier! Dabei hatten wir alle Sicherheitsmaßnahmen beachtet und die Türen mit extra Stiften gesichert. Doch die Affenbande war lernfähig und hat einem Ranger zufolge mit einem Stein das Küchenfenster eingeschlagen. Die kommen wohl monatlich vorbei, um zu plündern. Glücklicherweise sorgte die Vermieterin dafür, dass schnell ein Putztrupp eintraf und uns beim Saubermachen unterstützte. So verschob sich das Planschen im Pool um die eine oder andere Stunde und wir mussten abends nochmal los, um wenigstens das Nötigste einzukaufen.
Alle Kinder auf den Vordersitz – tolle Sichtungen und abendliche Grillsession am Lagerfeuer

Heute lief es wieder besser mit den Tiersichtungen – besonders was die Vogelwelt anging. Wir sahen „Go away birds“, Gelb- und Rotschnabeltokkos, einen Habicht und viele andere Arten. An Säugetieren gesellten sich Kudus, Giraffen und zwei Nashörner neben den üblichen Verdächtigen auf die „Sightings-Map“. Letzteres hatten wir Till zu verdanken, der uns immer wieder auf „Irrwege“ führte. Vorne sitzend, durfte er entscheiden, wo wir abbiegen. Irgendwann landeten wir nach mehreren Wasserdurchfahrten auf einem im Kartenmaterial nicht verzeichneten Weg. Dieser führte uns letztlich zu den Nashörnern. Nach der Mittagspause gönnten wir uns in einem der Parkrestaurants Burger und Steaks with a view. Till und ich stießen auf dem Weg zum Wickeln beinahe mit einer grünen Schlange zusammen. Ein Kellner warnte: „Achtung, hinter Ihnen ist eine Schlange.“ Ich: „Wo?“ Er zeigt auf das Geländer ca. 50 cm hinter mir. Ich drehe mich rum, sehe sie, schiebe Till zurück und gehe erstmal für ein Foto näher ran. Erst da wird mir klar, dass ich ja keine Ahnung habe, ob das eine hochgiftige Boomslang ist. War es aber nicht, sondern nur eine „Spotted Bush Snake“. Alles gut also! Wenige Minuten später hatten Mitarbeiter die Schlange schon wieder entfernt.
Nachmittags spielten wir zunächst am Haus unter kritischer Beobachtung einer Warzenschweinfamilie mit „Ballchen“, ehe wir bei einem Lagerfeuer gemütlich, grillten und ein Bierchen tranken, während die Kinder lieb miteinander spielten. Herrlich!
Fahrt zum The Kingdom Resort

Da der nächste Unterkunftswechsel anstand, packten wir morgens früh und statteten dem Spielplatz nochmal einen Besuch ab, damit sich die Kinder vor der längeren Fahrt nochmal austoben konnten. Von dort lagen zwei Stunden Fahrt bis Hartbeespoort vor uns, wo wir im V8 Roadhouse einkehrten. Das war eines der coolsten Restaurants, in denen wir je waren. Besonders wegen des gigantischen Spielplatzes, aber auch wegen der sehr netten Bedienung und dem guten Essen. Hier blieben wir länger als eigentlich geplant. Anschließend kauften wir nebenan bei Checkers in der Mall für die nächsten Tage ein und hatten danach weitere zwei Stunden Fahrt bis zum Resort vor uns. Wir hatten diese Route gewählt, weil sie uns sicherer und besser ausgebaut erschien als die kilometermäßig kürzere Tour über die R516 und R510. Bei dieser Variante hätten wir über Gravel Roads durch das Township von Northam fahren müssen. Die Zeitersparnis hätte an diesem Tag nur 20 Minuten betragen. Weiterer Vorteil: gute Einkaufsmöglichkeiten und ein sinnvoller Stopp in der Mitte. Hartbeespoort machte übrigens insgesamt einen sehr guten Eindruck und bietet viele Freizeitmöglichkeiten. Wie auch immer: Am späten Nachmittag kamen wir beim The Kingdom Resort* an, packten unsere Sachen aus und „genossen“ den nächsten Regenguss vom Haus aus.
Auf in den Vulkan-Krater des Pilanesberg

Da beide Kinder bereits um 5:15 Uhr wach waren, nutzten wir die Gunst der Stunde und brachen früh zum Pilanesberg Nationalpark auf. Dort nutzten wir den Sonnenschein ausgiebig und verzichteten, anders als ursprünglich geplant, auf einen Mittagsschlaf für Thea. Die Fahrt vom Kwa Maritane Gate in Richtung Manyane gestaltete sich als deutlich langwieriger als vermutet. Durch die heftigen Regengüsse war die Piste völlig ausgewaschen und überflutet. Mehr als 10 km/h waren kaum einmal möglich – und selbst damit setzten wir mehrfach auf. Wenig verwunderlich war daher, dass viele Straßen im östlichen Bereich des Parks komplett gesperrt waren. Bis auf eine riesige Impala-Herde, die die Straße versperrte, sahen wir in diesem Bereich kein einziges Tier – und schon gar nicht die Löwen, die wir uns in dieser Region zwischen Bakgatla und Manyane erhofft hatten. Schade, denn die ergiebigen Morgenstunden waren damit verspielt! Da hatten wir uns deutlich mehr versprochen.
Beim Rathlogo Hide hingegen hatten wir mehr Glück und sahen eine Menge Hippos. Außerdem beobachteten wir auf dem Parkplatz eine Weile die herumtollenden Grünmeerkatzen. Besonders Till genoss es jedesmal, auszusteigen, sich die Beine zu vertreten und die „Geheimverstecke“ zu erkunden. Auf der Weiterfahrt zum Pilanesberg Centre begegneten uns dann noch Elefanten und mehrere Nashörner, was die Bilanz dieses Morgens deutlich aufwertete. Überhaupt war dies der Urlaub der Nashörner und Giraffen – zwei Arten, die wir im Eastern und Western Cape deutlich seltener zu Gesicht bekamen. Im Pilanesberg Center gönnten wir uns Straußenburger und beobachteten die verschiedenen Antilopenarten, die zahlreich am Wasserloch aufmarschierten. Am Nachmittag fuhren wir die restlichen Straßen in der Parkmitte ab – in der Hoffnung, doch noch Raubkatzen zu Gesicht zu bekommen. Dies erfüllte sich leider nicht. Immerhin entdeckten wir weitere Zebras, Antilopen und Elefanten.
Zurück im Haus, stellten wir abends fest, dass wir diesmal keine einzige Unterkunft mit Waschmaschine gebucht hatten, obwohl wir wie fast immer nur für eine Woche gepackt hatten. Deshalb überlegten wir hin und her, was wir nun tun sollten, da uns die saubere Wäsche allmählich ausging. Letztlich gaben wir einen Teil im Resort zur Reinigung ab und kauften parallel Handwaschmittel im Superspar um die Ecke, wo wir die einzigen Weißen waren. Leider war es das falsche Zeug, sodass wir im Park-Shop nochmal neues kauften, um die restlichen Sachen zu waschen. Diese waren dank des vielen Regens auch nach zwei Tagen nicht wirklich hundertprozentig trocken, aber irgendwie kamen wir klar. Apropos Regen: Es schüttete so heftig, dass es durch das Dach ins Wohnzimmer regnete. So etwas kennt man selbst im regenverwöhnten Siegerland nicht…
Nasse Pisten, toller Aussichtspunkt – und zum Abschluss eine Löwin

Erneut konnten wir früh aufbrechen, weil Till bereits um 5.30 Uhr wach war und Thea kurz darauf folgte. Nachdem wir vom Manyane Gate aus zunächst den langweiligsten Game Drive ever erlebten, steuerten wir den Lenong Viewpoint an, um wenigstens die Aussicht von oben auf die wunderbare Kraterlandschaft zu genießen. Der westliche Teil des Parks ist deutlich hügeliger als der Osten. Aber so toll die Landschaft auch war, so wenig Tiere sahen wir dort. Vielleicht lag das mit daran, dass die Fahrt auf der vollkommen zerstörten, matschigen Holperpiste die volle Aufmerksamkeit erforderte. Sicher trugen aber auch das teilweise 1,50-2 m hohe Gras und die überall im Busch vorhandenen Wasser- und Futterquellen dazu bei, dass sich die Bewohner des Parks von den Straßen und Wasserlöchern fernhielten. Sicherlich auch weil Ranger Till wieder vorne saß, hatten wir ab der Rückfahrt vom Lenong View deutlich mehr Glück mit Elefanten, Giraffen und Rhinos. Und ganz zum Schluss – quasi auf den letzten Metern zum Manyane Gate – entdeckte ich auf dem Kgabo Drive etwa 250 m vom Rathlogo Hide dann doch noch eine Löwin. Beinahe hätte ich sie im tiefen Gras nicht gesehen. Aufmerksam geworden durch eine kleine Bewegung setzte ich zurück und erspähte sie dann doch noch. Sie lag circa 30 m entfernt und streckte nur dann und wann den Kopf hinaus, um uns zu beobachten und zu gähnen. Weil in der nächsten Viertelstunde nur ein Auto vorbeikam, hatten wir die Sichtung ganz für uns. Überhaupt hätten wir nach den Rezensionen wesentlich mehr Verkehr erwartet. Tatsächlich aber war im Pilanesberg fast nichts los und wir sahen manchmal eine halbe Stunde lang kein anderes Auto.
Kindertag im The Kingdom Resort

Weil die Kinder die letzten beiden langen Safari-Tage so gut mitgemacht und zurückgesteckt hatten, legten wir heute einen „Kindertag“ ein. Den hatten sich die Beiden total verdient! Sie durften alles aussuchen, was wir machen und essen wollten. Morgens spielten wir erstmal, danach unternahmen Till, Thea und ich einen Rundgang über das Resort-Gelände und schauten uns alles an. Als Mama wach war, ging es gemeinsam in den Pool – auch wenn es nicht gerade warm und schon gar nicht besonders sonnig war. Auf die großen Wasserrutschen trauten sich die Kinder nicht, obwohl Papa mehrfach vormachte, dass das nichts Schlimmes ist. In der Mittagspause schaute Till iPad, während Thea schlief und es gab als Wunschessen Chicken Nuggets und Pommes. Danach setzte leider durchgehender Starkregen ein, was uns für die Kinder extrem leid tat. Denn dadurch konnten wir nicht mehr Bötchen fahren und auch nicht Minigolf spielen. Dafür grillten wir abends Burger, bevor wieder Regen, Regen und nochmal Regen einsetzte. So sehr, dass wir uns langsam fragten, ob wir am nächsten Tag nach Thabazimbi durchkommen würden. Denn laut Facebook-Seite der Lokalverwaltung waren Straßen überflutet und gesperrt und wir waren nicht sicher, ob dies unsere Route über die R511 betraf. Glücklicherweise war dies aber nicht der Fall, wie uns der nächste Vermieter Wilhelm auf Nachfrage berichtete.
Ein weiterer Tag im Regen Südafrikas

Nach einem Tankstopp in Sun Village (den Besuch in Sun City selbst haben wir uns geschenkt) brachen wir auf in Richtung Waterberge. Hatten uns die KI und diverse Reise- und Polizeiberichte vorher bezüglich der Fahrt durch Northam Sorgenfalten auf die Stirn getrieben, so erwies sich dies als relativ haltlos. Zumindest die Durchfahrt erschien uns nicht problematischer als anderswo. Auch die berüchtigten Minen-Lkw auf dem südafrikanischen Unfallschwerpunkt um Amandelbult herum waren nicht ganz so schlimm unterwegs wie vermutet. So gelangten wir mittags unbeschadet in Thabazimbi an, aßen im Spur und nahmen dann den letzten Abschnitt zu unserer Unterkunft, dem Waterberg Hideaway*, in Angriff.
Dort trafen wir auf ein sehr nettes Ehepaar um die 70, das uns in perfektem Deutsch in Empfang nahm. Wir dachten schon, es handele sich um Auswanderer, aber sie waren beide dort geboren. Das Gästehaus lag auf einer direkt an den Marakele Nationalpark angrenzenden weitläufigen Farm – eine Welt für sich. Die Einrichtung erinnerte ein wenig an ein Heimatmuseum, aber alles passte, genau so wie es war, perfekt hierher. Nicht so passend war der furchtbare, anhaltende Regen. Wilhelm meinte, es habe im ersten Quartal bereits doppelt so viel geschüttet wie sonst. Pech gehabt! Abends hörten wir Tiere übers Dach laufen – wie sich später herausstellte waren das Bushbabies auf Insektenjagd. Diese Nacht war leider nicht so toll, denn Till war sehr unruhig, es war kalt und die Matratze quietschte unter seinem Headbangen, sodass niemand von uns viel Schlaf fand.
Wir lassen es ruhig angehen: Familienzeit in den Waterbergen

Ab heute sollte sich das Wetter bessern – und das tat es auch! Zwar war es meist bewölkt, aber mit sonnigen Abschnitten. Und immerhin ohne weiteren Regen. So konnten wir erstmal einen morgendlichen Spaziergang über das Farmgelände bis zum Nationalpark-Tor machen, das allerdings nur die Sanpark-Ranger benutzen dürfen. Die ersten Eindrücke von der Landschaft waren sehr vielversprechend. Hier sind die Waterberge wirklich beeindruckend schön.
Nach der Rückkehr fuhren wir nach Thabazimbi zum besten Checkers, den wir in Südafrika je gesehen haben. Die dortige Mall ist relativ neu und dort lungert niemand herum. Auch einen kleinen Spielplatz hatte es dort. Perfekt! Anschließend gingen wir im Khaya Kwa Restaurant direkt gegenüber vom Nationalpark-Eingang essen. Dank des großen Spielplatzes, den hier offenbar jedes Restaurant hat, war es auch kein Problem, dass wir etwas länger auf unser Essen warten mussten. Anschließend kehrten wir zum Haus zurück, machten Mittagspause mit Schlafen, Lesen und iPad gucken und wuschen die restliche Wäsche.
Am Nachmittag stand noch ein Spaziergang zum Pool auf dem Plan. Till ging mit der Karte vorweg und führte uns mehrfach in die Irre und zu einem verfallenen Baumhaus, ehe wir fündig wurden. Schwimmen wollten wir allerdings heute nicht. Auf dem Rückweg trafen wir Wilhelm und sprachen mit ihm über seinen Beruf als Tierarzt. Er engagierte sich zeitlebens in der Nashornrettung und wirkte bei der Umsiedlung von Nashörnern und Büffeln aus Pilanesberg in andere Parks mit. Dabei führt er das Erbe seines Vaters fort, der im Senckenberg-Museum arbeiterte und kurz vor dem 2. Weltkrieg nach Afrika zog. Grund war, dass damals alle Welt dachte, die Nashörner seien in freier Wildbahn ausgestorben. Er wollte das Gegenteil beweisen und reiste durch viele afrikanische Länder. In Namibia wurde er von den Deutschen aufgegriffen und für sechs Jahre als Deserteur inhaftiert. Danach zog er sofort weiter und entdeckte schließlich in KwaZulu Natal seine ersehnten Nashörner, deren Schutz er sich widmete. Leider starb er früh, konnte aber seine Leidenschaft an seinen ältesten Sohn weitergeben, der sich fortan um den Schutz der Tiere bemühte. Außerdem berät er Game Parks und betreibt eine Tierarztpraxis in Thabazimbi.
Neben diesen Dingen berichtete er uns, dass auf dem Farmgelände neben Antilopen auch unzählige andere Tiere vorkommen. Abends erhält er immer wieder Besuch von einem Stachelschwein, das sich ein Privatduell mit seinem Hund liefert. Auch zahllose Giftschlangen kommen hier vor. So entfernt er öfters Speikobras aus seiner Werkstatt und dem Haus. Im Gästehaus habe er aber noch keine Beschwerden erhalten, obwohl nicht alle Fenster dicht abschließen. Auch Leoparden sehe man eher hier auf der Farm als im Park – was sich später für uns fast noch bewahrheitet hätte. Zurück im Cottage, gab es seitens der Kinder viel Geschrei und Geärgere, weil sie nach der Nacht (genau wie wir) ziemlich müde waren, sodass der Tag zeitig um 18 Uhr endete.
Folgenschwerer Game Drive in Marakele: Ein Blech schaffte es nicht…

Nach drei Safari-losen Tagen wurde es mal wieder Zeit für wilde Tiere. Bei super Wetter, dafür mit richtig mies gelaunter Thea, machten wir uns auf den Weg, den Marakele Nationalpark zu erkunden. Obwohl es ein Sonntag war, hielt sich der Besucherandrang in engen Grenzen. Wir waren eben ein bisschen off the beaten tracks unterwegs. Der Park ist in zwei Abschnitte getrennt: in eine Big5-Zone und einen Abschnitt, in dem nur vergleichsweise ungefährliche Tiere leben. Deshalb sind dort auch die Picknickplätze und das Camp nicht eingezäunt. Zwischen den Bereichen fährt man durch einen Tunnel und muss danach selbstständig das Gate öffnen und auch wieder schließen, damit sich kein Löwe oder Elefant versehentlich in nicht vorgesehene Bereiche verirrt.
Begrüßt wurden wir nach der Tunnel-Durchfahrt gleich mal von einem Elefanten, der es überhaupt nicht eilig hatte, die Straße freizugeben. Gemütlich schlenderte er mindestens eine Viertelstunde lang vor uns her, fraß hier ein paar Blätter und zupfte dort eine Leckerei vom Baum. Irgendwann bildete sich hinter uns ein Stau. Eigentlich ein ganz schönes Erlebnis. Bitter war nur, dass ich ziemlich dringend auf Toilette musste und es deshalb eilig hatte. Dummerweise wurde ich jedoch auch nachdem die Straße wieder freigegeben war enttäuscht. Denn im angesteuerten Tlopi Tented Camp gab es keine Toiletten, dafür jede Menge Paviane. Till fragte immer, ob das die Baboons seien, die uns ausgeraubt hätten. Waren sie natürlich nicht.
Nachdem wir das Camp verlassen hatten, entdeckten wir den nächsten Elefanten seitlich in einer Schneise. Er fraß gemütlich Blätter vom Baum und zeigte kein Anzeichen von Nervosität oder Gereiztheit. Also machten wir in aller Ruhe ein paar Fotos und fuhren langsam weiter, als er sich umdrehte und Anstalten machte, im Busch zu verschwinden. Als wir Sekunden später in den Rückspiegel schauten, sahen wir, dass ein anderes Auto unseren Platz eingenommen hatte. Plötzlich setzte es hektisch zurück und der Elefant kam in hohem Tempo mit aufgestellten Ohren aus dem Busch gerannt und verfolgte es ein Stück. Zum Glück drehte er rasch wieder ab. Offenbar wollte er nur ein Zeichen setzen und startete einen Scheinangriff und keine echte Attacke. Durch dieses Erlebnis haben wir jedenfalls nicht weniger Respekt vor den gewaltigen Dickhäutern. Später stellte sich heraus, dass ein Sanparks-Mitarbeiter mit im Fahrzeug saß. Ob der Elefant angelockt oder gerufen wurde oder nicht wissen wir nicht. Wilhelm hatte jedoch den Verdacht, dass er seinen Kunden etwas bieten wollte und daher den Elefant herbeilocken wollte.
Danach fuhren wir zu einem schönen Viewpoint an der Mbidi Road, an dem man auch aussteigen durfte. Dabei saßen wieder alle vier auf den Vordersitzen und zeitweise durfte Till sogar selbst lenken, was ihm sehr viel Spaß machte. Die Ansichten und Aussichten auf die Waterberge waren wunderschön, sodass wir auch ohne weitere spektakuläre Sichtungen voll auf unsere Kosten kamen. Leider setzten wir kurz vor der Einmündung zum Lenong Drive böse auf und zerfetzten damit ein Schutzblech im Radkasten. Dabei hatten wir noch hin und her überlegt, ob wir zurückfahren und drehen sollten, weil vor uns ein etwa 15 Meter langer Abschnitt mit nacktem Fels lag, der mit hohen Steinen und tiefen Löchern durchzogen war. Weil aber die zurückliegenden Kilometer auch eher unwirtliches Terrain waren und uns ca. eine Stunde gekostet hatten und wir uns nicht an Wendemöglichkeiten erinnern konnten, versuchten wir es. Beim ersten Versuch klappte es nicht und ich setzte zurück, versuchte es weiter links erneut, setzte mit durchdrehenden Reifen auf und sah nur noch eine Chance, um nicht steckenzubleiben: Vollgas voraus! Das funktionierte, aber eben auf Kosten des Blechs.
Das merkten wir erst, als wir zurück auf der Hauptstraße außerhalb des Parks mit mehr als 80 km/h unterwegs waren und ein Geräusch hörten. Da schwante uns noch Übleres. Glücklicherweise war das nicht so – und Wilhelm konnte den Schaden mit ein paar kurzerhand passend geflexten Schrauben beheben. Beim Reparieren erzählte er ein paar Anekdoten aus seinem Leben, u.a. von seinen Reisen in das noch ursprüngliche Afrika in den 1970ern, welches heute so nicht mehr existiert. Er sei dankbar, noch mit einem selbstgebauten Einbaum im Okavango Delta unterwegs gewesen zu sein als dort noch keine Lodges und Wege und Flugplätze existierten. Dabei sei immer eine gute Zusammenstellung der Gruppe wichtig gewesen – und auch Hilfe zur Selbsthilfe war angesagt, sei es bei technischen Defekten oder Krankheiten. Auch von seinen geplanten Naturschutz- und Entwicklungsprojekten berichtete er. Man müsse stets beide Bereiche zusammendenken, dürfe sie nie isoliert betrachten, wenn man erfolgreich sein wolle. So ist er seit vielen Jahren dabei, einem Dorf in Simbabwe zu zeigen, wie es durch Landwirtschaft Einnahmequellen erschließen kann. Außerdem hätte der Stamm dort jede Menge Landbesitz direkt neben einem Big5-Reservat, der sich ausgezeichnet vermarkten ließe. So könne dort Wohlstand einkehren, ein größeres Schutzgebiet für Tiere entstehen und zugleich dank geschickter Vermarktung ein größerer touristischer Markt erschlossen werden. Ähnliche Bemühungen treibt er rund um Pilanesberg voran. Bewundernswert und hochspannend! Wir hätten noch Wochen hier verbringen und zuhören können.
Am Nachmittag verzichteten wir auf einen weiteren Game Drive. Stattdessen fuhren wir nach einem Tipp von Wilhelm in Richtung Rankin’s Pass. Von dort oben hatte man eine wundervolle Aussicht auf das Tal von Thabazimbi, eingerahmt von den roten Felsen der Waterberge und gesäumt von dichtem Wald soweit das Auge reichte.
Zweiter Tag im Marakele Nationalpark

Morgens wollten wir noch einmal unser Glück im Marakele Nationalpark versuchen. Bei traumhaftem Licht entdeckten wir Giraffen, Kudus, Warzenschweine, Paviane, Nashörner und Impalas – die üblichen Verdächtigen dieser Rundreise also. Hinzu kam ein Klipspringer, den wir dieses Jahr noch nicht gesehen hatten. Danach machten wir uns auf den Weg zum Lenong Viewpoint. Aufgrund riesiger Löcher in der Straße und meiner Höhenangst brachen wir aber irgendwann ab und bewunderten die Geier von dort, wo wir eben waren.
Die Mittagspause nutzten Sara und Thea für ein Schläfchen im Cottage, während Till und ich draußen auf der Veranda waren und lasen. Hier hörten wir seltsame Geräusche, gefolgt von einem bellenden Hund. Till bekam Angst, fragte immer wieder, was das ist und wollte rein. Ich beruhigte ihn, nahm ihn auf den Schoß und sagte: “Das könnte ein Leopard sein, aber ich weiß es nicht. Alles gut, ich bin ja bei dir.” Das Spektakel aus Fauchen und Antwort des Hundes zog sich über mehrere Minuten und hörte sich sehr nah an. Am nächsten Tag berichtete uns Wilhelm, dass sich ein Leopard zwischen dem Haupt- und dem Gästehaus herumgetrieben hätte, den sein Hund verjagt hatte. Der sei öfters mal da und würde seine Risse auch bisweilen sehr nah an den Häusern in die Bäume hängen. Er habe uns aber nicht durch einen Anruf beunruhigen wollen. Rückblickend echt cool, aber wir hätten den Leopard natürlich auch gerne gesehen, denn er ist der einzige der “Big 5”, der uns auch nach fünf Urlauben in Kenia und Südafrika noch immer “fehlt”.
Am Nachmittag fuhren wir noch einmal in den Park und steuerten nach einem kurzen Game Drive u.a. den Picknickplatz in der “Non-Big-5”-Zone, zum Ballonoto Dam, an dem nichts los war. Am frühen Abend aßen wir noch einmal im Restaurant vor den Toren des Parks. Hier sahen wir mehr Tiere als im Park, u.a. Zebras, Gnus, Elands, Kudus, Impalas und Giraffen. Außerdem konnten sich die Kinder nochmal auf den Klettergerüsten austoben. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kehrten wir auf die Farm zurück.
Letzter Unterkunftswechsel nach Dinokeng

Nachdem wir morgens sehr zeitig das Auto beladen hatten, trafen wir Wilhelm, der eine Runde mit den Hunden ging. Er bot an, dass die Kinder noch beim Pferdefüttern helfen könnten, was vor allem Till mit großer Begeisterung tat. Währenddessen unterhielten wir uns gut, ehe wir schweren Herzens diesen besonderen Ort mit diesen tollen Menschen verlassen mussten.
In Dinokeng jedoch trafen wir es auch sehr gut an. Die super netten Gastgeber begrüßten uns herzlich, die kleinen Hunde waren schnell Tills beste Kumpels und die Letlotse Lodge* war noch viel schöner als sie auf den Bildern ausgesehen hatte. Wir dachten sofort: “Hier könnte man auch perfekt wohnen!”. Als wir nachmittags kurz in den Pool hüpften, unterhielten wir uns mit Vermieter Etienne genau über diesen Gedanken. Er erteilte uns sofort bereitwillig Auskunft über die Konditionen von Grundstückskäufen und Nebenkosten. Außerdem wäre er sogar mit uns herumgefahren, um uns freie Grundstücke zu zeigen. Reizen würde es uns definitiv, auf einem 21 ha großen Gelände mitten in einem Big5-Reservat zu leben – und das nur eine Stunde vom Flughafen Johannesburg entfernt. Doch das nur am Rande. Abends schauten wir uns noch das Treiben am Wasserloch an und stiegen kurz in den Hot Tub, der aber noch nicht ganz “hot” war, sodass wir es nicht lange aushielten.
Ein schwarzes Impala und ein Unfall zum Abschluss der Familienreise

Bei zwei Ausfahrten durch das Dinokeng-Reservat am Morgen und Abend sahen wir noch einmal viele Tiere wie Elands, Kudus, Gnus, Nashörner und viele Vögel. Neu für diese Reise waren ein Wasserbock und ein Schakal. Zwischendurch gönnten wir uns ein sehr leckeres Essen im Tshikwalo mit Springbock Carpaccio und machten eine Auszeit im Pool.
Am letzten Tag wollten wir es noch einmal wissen und nach Möglichkeit wie im Pilanesberg oder beim letzten Mal im Addo auf den allerletzten Drücker nochmal Löwen, Leoparden oder irgendwas anderes Besonderes sehen. Leider schien es so, dass es der langweiligste Game Drive des Urlaubs werden sollte. Die Kinder hatten keine Lust mehr, wir auch nicht so richtig und außer Zebras und Impalas war auch nicht viel zu holen. Dann aber – quasi bei der Anfahrt zur Unterkunft – gelang uns noch ein absoluter Glückstreffer: Ein schwarzes Impala lief vor uns über die Straße und hielt sogar für ein Foto an. Diese Sichtung ist ein noch viel seltenerer Glücksfall als ein Leopard. Also doch noch ein versöhnlicher Abschluss!
Dachte ich – bis ich auf die dumme Idee kam, ein letztes Wettrennen mit Till zu machen. Dabei knallte bich ungebremst gegen das Außengestell der Klimaanlage und brach mir fast das Jochbein. Die Spuren waren noch Tage später in Form von Schwellungen und Blutergüssen zu sehen. Zum Glück war aber weder Augenhöhle noch Jochbein kaputt bzw. nur geprellt. Danach folgte ein tolles langes Gespräch mit den Vermietern zum Abschied und der Wunsch, zurückzukehren und den Kontakt zu halten. Dadurch kamen wir erst recht spät am Flughafen an, aber letztlich passte alles. Im Flugzeug schliefen die Kinder von 22 Uhr mit Unterbrechungen bis 4 Uhr, danach gab es Frühstück und eine (zu) frühe Landung, sodass wir um 8.30 Uhr wieder daheim waren.
Die Kosten dieser Südafrika-Reise mit zwei Kleinkindern
Abschließend verraten wir euch natürlich auch diesmal, was wir ausgegeben haben. Wir waren im April 2026 unterwegs – einem Übergangsmonat zwischen Regen- und Trockenzeit. Auch wenn wir etwas Wetterpech und viele Niederschläge hatten, ist diese Zeit eigentlich gut geeignet.
Gerade bei den Eintritten und Aktivitäten sind wir immer recht günstig unterwegs. Bei dieser Reise haben wir uns tatsächlich komplett auf die Park-Eintritte beschränkt. Wenn ihr mehr wollt, sind Tripadvisor und Get Your Guide gute Anlaufstationen.

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